Indische Kleidung
Seit dem Bollywood mit seinen farbenprächtigen Liebesepen auch die europäischen Leinwände erobert, rückt indische Kleidung auch in unseren Breitenkreisen immer mehr ins modische Interesse.
Doch wer sich in die bunten, kunstvoll gewickelten Tücher hüllen möchte, sollte einiges über diese Form der Kleidung wissen.
Die Kleidung der Inder ist, wie viele andere Lebensbereiche ebenfalls, stark traditionell geprägt und gebunden. Die meist farbenprächtigen Gewänder der Männer und Frauen sind nicht nur fröhliche Farbtupfer, sondern auch Aussage über Herkunft, religiöse Zugehörigkeit und sozialem Status.
Während bei den Frauen das gesamte Ensemble diese Aussagen trifft, beschränkt sie sich bei den Männern in der Regel auf den „Pagri“, den Turban.
Allerdings ist das Tragen des Pagri bei den Männern nicht in jenem Maße verbreitet, wie es das Tragen des „Sari“ bei den Frauen ist.
Am bekanntesten dürfte wohl eben der besagte sein.
Sari darf nicht fehlen
Das sehr elegant wirkende indische Wickelkleid der Damen wird seit jeher um den Körper ausschließlich gewickelt.
Dies geschieht so kunstvoll, dass die insgesamt bis zu 9 Meter Stoff nicht eine einzige Nadel als Halt benötigen. Dürfen sie auch nicht, denn die Berührung mit einer Nadel gilt für den Sari als unrein.
Zum Sari selbst gehören auch noch „Choli“ und „Dupatta“ – die traditionelle Sari – Bluse und der wunderschöne breite Schal. Neben dem Nationalgewand der Inderinnen, dem Sari, wird in einigen Regionen auch der „Salwar Kamiz“ getragen.
Ebenfalls farbenfroh und mit kunstvollen Stickereien versehen, handelt es sich hierbei um eine Ensemble aus Hose, (Kamiz), Hemd, (Salwar), und dem Dupatta, dem Schal.
Hose und Hemd sind großzügig geschnitten. Das Hemd reicht häufig bis über die Knie und ist seitlich geschlitzt.
Für die Männer gibt es ein ähnliches Outfit, hier wird das Hemd allerdings „Kurta“ genannt. Um das indische Outfit zu vervollkommnen darf auch ein „Bindi“ nicht fehlen.
Das Dritte Auge
Ursprünglich nur von verheirateten Frauen getragen, ist der Stirnfleck heute auch modisches Accessoire. Rot und rund ist er traditionsgemäß, wird zwischen den Augenbrauen da aufgetragen, wo das „Dritte Auge“ sitzt und soll das Ehepaar schützen. Heute tragen aber auch unverheiratete Frauen das Bindi.
Aufklebbare Schmuckbindis, mit Ornamenten, Perlen oder Edelsteinen besetzt, sind zurzeit in Indien ein regelrechter Modetrend. Die junge indische Mode verbindet westliche Elemente mit indischer Tradition.
Das „Kind“ dieser Verbindung kann sich wohl sehen lassen. Indische Farbenfreude, die Vorliebe für edle, aufwendige Stickereien und Perlen wie auch Edel- und Halbedelsteine kombiniert sich mit westlichem Pragmatismus und lässt unglaublich feminine, verspielte Mode entstehen.

